Die Kernfragen von Identitätsbildung und Freiheitsentwicklung einerseits, Entfremdung und Verführbarkeit andererseits treten in immer neuen Gewändern auf. Die Stärkung der Eigeninitiative auf dem Boden liebevollen Wahrgenommen- und Angenommenwerdens stellt weiterhin eine Grundlage für die Entwicklung des Menschlichen im Menschen dar. Deshalb ist ein Vortrag, der Anfang der 90er Jahre gehalten wurde, auch heute zu großen Teilen aktuell. In anderen Teilen haben sich in der Gesellschaft Themen wie "das Recht auf Rausch" und "keine Macht den Drogen" parallel entfaltet. Zwischenzeitlich sind wissenschaftlich Themen wie belohnungsabhängiges Lernen, neurobiologische Stimulierung des Belohnungssystems im Gehirn und die Schwierigkeit des Menschen, den mühsamen Weg der Eigenaktivierung zu gehen statt sich durch Hilfsmittel berauschen zu lassen, stärker in das Bewusstsein gerückt worden.
(...) Der Text soll Anregungen für die Prävention und den Umgang mit Einflüssen und Wirkmächten, die die Erkraftung des Ich stören oder sogar schädigen, geben. Die Ergänzungen sind aus einem im selben Jahr, ebenfalls in Dortmund, gehaltenen Vortrag.
Aus dem Vorwort
ist Klinikdirektor der Vitos Klinik Rehberg, Klinik für Kinder-und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie, und hat eine Professur für Medizin an der Alanus-Hochschule in Alfter. Seit vielen Jahren führt Matthias Wildermuth für MitarbeiterInnen der Kinder-und Jugendhilfe Schloss Hamborn Seminare durch. Seine Fähigkeit, die anthroposophische Sinneskunde und psychiatrisches Fachwissen zu vereinen, wird durch Achtsamkeit, Humor und tiefen Respekt ergänzt.
Die hier gedruckten Vorträge können die persönliche Auseinandersetzung mit Suchtfaktoren und ein ernsthaftes Ringen um Menschenerkenntnis unterstützen.